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Bericht vom Swiss Alpine Marathon 2009

 

"Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt" 1 Ko 15,57


Nun ist es soweit. Nach 2 Jahren Vorbereitung 2007 K31 damals noch von Filisur nach Davos, ein

Jahr später den K42 bewältigt, und dieses Jahr –mit „Bammel“ den K78. War das Training erfolgreich? Am Albtrauf unendliche Male Blaubeuren-Sonderbuch (1,2km 145HM) gelaufen, da kam ich einmal auf über 1900HM, von den Spaziergängern als Balla-Balla erklärt, hat er nicht alle? Ja-Läufer stehen drüber .Aber durch so einen „geschwätzigen Finanzoptimierer“ sehr viel Geld – Schrott-Ostimobilie – Worte und Ehrlichkeit zählen bei diesen Volk nicht zum Wortschatz! -und dadurch auch die Freundin (wollte Sie ehelichen) verloren…. für immer! Somit waren es nicht die besten Vorraussetzungen für den Lauf…




Ich reiste am Donnerstag an. Das Hotel gigantisch, 4 Sterne quasi so:****. Für den Service einen Zusatz*!

Läufer können ja so „quengelig und zickig“ sein – wenn es ums Essen geht. Jede Änderung, Wünsche wurden

aber von dem Personal und dem Koch mit einem lächeln umgesetzt. Am Freitag morgen Testlauf 6 Uhr Frühstück –offizell erst ab 7 Uhr, doch „das Mädel“ brachte mir gleich Kaffee und Brötchen mit aufbauende Worte– Klasse! –wie wär das in der Dienstleistungs Oase Deutschland? 8 Uhr lauf um den Davoser See, Marathon Gottesdienst, Vortrag vom Doc und Cheffe. Samstag: 5 Uhr Frühstück, 6:45 Fahrt zum Stadion,

7:30 Gepäckabgabe – 8:00 es geht los!


Der große Cheffe feuert einen persönlich an! – das muß ja nun ein guter Lauf werden. Zuerst läuft der ganze „Tross“ eine Schleife durch Davos, bei einem Hotel stehen die Angestellten davor und feuern einen an – schon

das ist ein Erlebnis, ein letzter Blick zurück auf Davos.


Der erste kleine Stau – es geht in den Wald -haben da einige Angst? Verpflegung in Spina KM 12 , KKG!

(KuhKlockenGeläut) Merci Euch! und schon kommen die kleine Steigungen…


Oft mit dem Foti ausgelöst: das „Kichle“ in Mondstein KM 16,6, jetzt läuft es Klasse, die Landschaft abwechslungsreich, Zügenschlucht KM 22, Viadukte, Bächla, Schluchten, Brückla es gibt so viel zu sehen zu staunen, Laufen - Nebensache – es geht leicht bergab……und irgendwann kommt der Punkt…nicht daran denken!


Filisur – tiefster Punkt der Strecke – KM 31, ab jetzt sind die K78er unter uns, wir sind „Ultras“ sogar „Alpinultras“! Ende für die K31er, und die C42er biegen ab nach Tiefencastel. Und für uns bergauf-bergauf 22km nur hinauf zur Keschhütte. Auf der Straße geht es nach Bergün entgegen, und dann erscheint der malerische Ort mit dem wieder erkennbarem Kirchturm. Hier ist ein Gepäckgepot für uns eingerichtet –

Trockene Klamotten oder auch eine dicke Daunenjacke / Sikes / Sherpas?.... für die Schneedurchquerungen alles möglich – habe Info bekommen 4-6 C –Wo ist meine Daunenjacke? Hier startete um 11:30 Uhr, auch der K42 – aber die sind schon lange weg.


Chants , KM 47, hier ist es warm, nein: mir ist heiß, 4-6C?, gefühlte Temperatur 24-26! So eine Kletterei bringt den Kreislauf (der läuft noch) zum kochen. Schild 50km erreicht, noch nie weiter gelaufen, ab jetzt beginnt der Lauf? (eher gehen) ins Nirwana!


Sehe die Keschhütte, und da ist der Renn-Doc, er schaut Dich an und kann Dich rausnehmen, also: locker Aussehen- kaum Anstrengung zeigen, glücklicherweise habe ich keinen Pulsmesser – Gewicht zu gunsten der

dicken Jacke –lächeln, auch wenn es schwer fällt Ich genieße einen längeren Augenblick Gottes Schöpfung,

die Aussicht ist traumhaft, super Laufwetter und ich stehe bei der Keschhütte 2632m, KM 53, erstaunlicherweise

hier ein „runnershigh“ bekommen, geschafft, aber was ist mit den restlichen 25km? Nun läuft es, oder stolpert es sich hinunter dem Panoramatrail entgegen.


Auf dem Trail ist nichts mit überholen und so, will ich auch gar nicht, wir wandern, gehen oder schreiten dem Scalettapaß entgegen, da pfeift ein kalter Wind ,und da sind auch noch Schneefelder die durchquert werden, nur nicht abrutschen. Den Paß erreicht KM 60, mir ist nun kalt, ein paar Becher heiße Brühe „etwas warmes braucht der Mensch“...

 


Danach sich in die Tiefe stürzen, „es geht nur noch runter“….ha-ha –ich kenne die Strecke.

Dürrboden KM 64,5 ,erreicht – hier gibt es wieder Zivilisation und Verpflegung – ist wichtig "Haba-Haba"

Es läuft sich das Dischmatal Richtung Davos gut -sehr gut – da es ja nur noch berg runter geht, die

Gegenanstiege lassen wie einfach mal unter den Tisch fallen (da nach über 65km nicht mehr wahrgenommen werden?) Dann da KM 75 Schild, endlich rechter Fuß -leicht überlastet – will nicht mehr rund mitlaufen.

Zickig! dieser rechte Fuß, es sind doch nur noch 3,5 km, reiß Dich zusammen –Fuß! Fuß beleidigt – nur noch

runter – ja-ja, und nach dem Schild geht es wieder bergauf!

Danach geht’s runter, hinein nach Davos, und gerade dieser Augenblick wo Zuschauer, Davoser, Läufer, und wer auch immer einen anfeuert, klatscht, zuruft, motiviert, auf die Schultern klopft, Anerkennung pur, Gänsehautfeeling, mir ist kalt und gleichzeitig heiß, ja für diesen Augenblick leb/ laufe ich. Auf der Hauptstraße dicke Tränen in den Augen, und es ist mir egal –ein Mann weint nicht? –diese Atmosphäre – alles negative ist weg – in diesem Moment bin ich wirklich glücklich. Ich laufe von den Gefühlen getragen und überwältigt weiter Richtung Stadion. Der Stadioneinlauf setzt einen noch drauf:

„unbeschreiblich“

 
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